Peter Fellmann 2020
News
Schulklasse im Einsatz am Sempachersee Die   Klasse   2   C   der   Sekundarschule   Neuenkirch   leistete   am   Montag,   den   02.   März,   einen   Pflegeeinsatz   am   Ufer   des Sempachersees.   Im   Abschnitt   zwischen   Rossbadi   und   Längenrain   schnitten   die   Schülerinnen   und   Schü ler   Sträucher   aus dem Schilfgürtel, sammelten Schwemmholz zusammen und reinigten den Uferbereich von Abfall. Warum ist dieser Einsatz wertvoll? Wegen    dem    hohen    Nährstoffgehalt    des    Wassers    und    den    vielen    harten    Verbauungen    ist    der    Schilfbestand    im Sempachersee   geschwächt   und   benötigt   daher   eine   besondere   Pflege.   Weiden   und   andere   Gebüsche,   die   im   Röhricht aufkommen,   konkurrieren   mit   den   Schilfpflanzen   um   Licht   und   Raum   und   verdrängen   sie.   Deshalb   muss   dieser   Bereich regelmässig   entbuscht   werden.   Schwemmholz,   das   im   Wasser   liegt   und   von   den   Wellen   bewegt   wird,   verletzt   die   jungen Triebe      und   schädigt   so   den   Schilfbestand   ebenfalls.   Dass   Plastik   und   andere   Abfälle   dem   ganzen   Ökosystem   nicht zuträglich sind, ist sicher allen bekannt. Wer profitiert von einem intakten Schilfgürtel? Das   Schilfröhricht   ist   der   Lebensraum   von   vielen   Tieren.   Mehrere   Fischarten   laichen   hier,   und   den   Jungfischen   bietet   der Schilfbestand   eine   optimale   Kinderstube   mit   einem   grossen   Nahrungsangebot.   Viele   Vogelarten   bauen   im   Schilf   ihr   Nest, brüten   und   ziehen   ihre   Jungen   auf.   Auf   der   Höhe   des   Seespiegels   bauen   Haubentaucher   ihr   Nest.   In   den   warmen Monaten   hören   wir   aus   dem   Dickicht   den   Gesang   des   Teichrohrsängers.   Dieser   unscheinbare   Vogel   baut   sein   Nest zwischen   den   Halmen.   In   den   letzten   Jahren   konnten   in   diesem   Abschnitt   auch   immer   wieder      Rohrammern   beobachtet werden.   Weitere   Vogelarten,   die   hier   ihren   Lebensraum   finden,   sind   u.a.   Stockente,   Wasserralle,   Blässhuhn,   Teichhuhn und Sumpfrohrsänger. Unser   Verein   dankt   den   jungen   Helferinnen,   Helfern   und   ihren   Lehrpersonen   für   den   wertvollen   Einsatz   zugunsten   der natürlichen   Vielfalt   am   Seeufer.   Es   würde   uns   freuen,   wenn   wir   wieder   mit   ihrer   Hilfe   rechnen   können!   Arbeit   gibt   es genug. So sollten auch die Brombeeren, die an einigen Stellen invasiv wuchern, zurückgeschnitten werden.
Haubentaucher mit Jungtier (Foto Wikipedia)
Rohrammer  Männchen (Foto Wikipedia)
Teichrohrsänger füttert jungen Kuckuck im Nest (Foto Wikipedia)
NAROS fördert Zauneidechsen  Die Zauneidechse ist in der Schweiz seit 1967 geschützt und sie steht leider auch auf der „Roten Liste“. Dennoch nimmt ihr Bestand weiterhin ab. Zauneidechsen sind an einen strukturreichen Lebensraum in unserer Kulturlandschaft gebunden. Wir können sie überall dort beobachten, wo es ungenutzte Flächen gibt mit Altgrasstreifen, Heckensäumen, Ast- und Steinhaufen und Dornengebüschen.  Solche extensiv genutzten Flächen werden bei uns immer seltener und die Zauneidechse ist, wie viele andere Reptilien, bedroht. Mit der Schaffung und Aufwertung strukturreicher Lebensräume wollen wir als Verein mithelfen, den Rückgang der Zauneidechse zu stoppen und  Voraussetzungen für die Erholung des Bestandes schaffen. Der Uferbereich zwischen der Grossen Aa und der Bahnlinie in Adelwil wird vom NAROS jährlich geschnitten und gepflegt. Dadurch konnte die Verbuschung verhindert werden und ein vielfältiger Krautsaum blieb erhalten. Die Kombination von Hecke und Krautsaum sowie die Nähe zum Gewässer und zum Bahndamm weisen diese Stelle als geeigneten Lebensraum für Zauneidechsen aus. Zudem wurde die Art in der Umgebung schon beobachtet. Mit einer gezielten Aufwertung wurde nun dieser Streifen als Lebensraum für Zauneidechsen optimiert. Aus Steinen, Wandschotter, Sand, Totholz und mit viel Schweiss entstand eine „Zauneidechsenburg“. Mitglieder vom Vorstand planten diese Arbeit und setzten sie in diesem Frühling um. Damit konnten wir dem Reptil eine zusätzliche Struktur bieten, wo es sich sonnen und verstecken kann. An einer sonnenbeschienen Stelle findet es zusätzlich im aufgewärmten Sand oder Laubhumus einen Eiablageplatz. Im Asthaufen oder unter Steinen kann sich die Echse sicher vor Feinden verstecken. Die kalte Jahreszeit übersteht sie hier in einem frostfreien Winterquartier. In denselben Ast- und Steinhaufen wurde auch eine Aufzuchtkammer für Wiesel eingebaut. Erfahrungen zeigen, dass diese beiden Tierarten in direkter Nachbarschaft leben können.Die Zauneidechse kann bis 22 cm gross werden und der Schwanz nimmt etwa die Hälfte der Körperlänge ein. Im Frühjahr sind die Männchen an ihrer grünen Färbung erkennbar. Ein wichtiges Erkennungsmerkmal der Zauneidechse (Männchen, Weibchen und Jungtiere) sind die Augenflecken auf der Haut. Das sind dunkle Flecken an den Körperseiten, die im Innern heller sind und so wie Augen wirken. Zauneidechsen brauchen tierische Nahrung und sie erbeuten hauptsächlich Insekten, Spinnen, Asseln, Tausendfüssler und Würmern. Aber auch sie selber werden von Vögeln, Füchsen, Dachsen und Mardern gefressen. Eine besondere Gefahr im Siedlungsraum ist die grosse Zahl der Hauskatzen. Wenn die Zauneidechse einem Feind entkommen will, kann sie den Schwanz abwerfen. Zauneidechsen sind sehr ortstreu und verbringen ihr ganzes Leben in einem eng beschränkten Raum. Jungtiere wandern nur ab und suchen sich neue Reviere, wenn die Dichte zu gross wird. Deshalb ist die Förderung starker Populationen eine wichtige Voraussetzung für die Verbreitung und Neubesiedlung von Lebensräumen. Die Tiere halten eine lange Winterruhe: Schon Ende August oder anfangs September ziehen sie sich in ihr Versteck zurück und erscheinen erst im März wieder. Weitere Reptilien, die in unserer Region leben, sind die Blindschleiche und die Waldeidechse.
Das ist eine männliche Zauneidechse, erkennbar an der grünen Farbe. Auf der Körpereite sind die Augenflecken zu erkennen. Diese sind ein Erkennungszeichen dieser Art. Wir sehen sie beim Männchen, Weibchen und Jungtier. (Foto: Böhringer F./Löffler L. in Wikipedia)